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Schweres transportieren, aber flexibel bleiben

Zur bauma präsentierte der Anhänger- und Fahrzeugaufbauten-Hersteller Humbaur den neuen Überfahr-Tieflader HBTZ Tridem. Markus Wiedemann, Vertriebsleiter Schwerlast/Kofferaufbauten erklärt im Gespräch mit Baugewerbe Unternehmermagazin, was diesen zu etwas Besonderem macht und welche Marktchancen er sich für den Zentralachsanhänger ausrechnet.

Dank seiner drei Achsen ist der HBTZ Tridem leichter zu rangieren als ein Tandem-Anhänger. © Humbaur

Baugewerbe Unternehmermagazin: Welche Zielgruppe wollen Sie mit dem neuen Tridem-Tieflader ansprechen?
Markus Wiedemann: Der HBTZ Tridem richtet sich vor allem an Bauunternehmen, die ihre schweren Baumaschinen transportieren müssen, aber gleichzeitig auch flexibel bleiben wollen, um bei Bedarf auch Baumaterialien – palettiert oder lose – aufladen zu können. Durch Zubehör lässt sich der HBTZ Tridem für nahezu jeden Transportbedarf aus rüsten. Im Vergleich zu einem Tieflader bietet der HBTZ Tridem so einen erhöhten Fahrkomfort bei gleichbleibender Nutzlast.

BG: Warum die Ausführung als Tridem-Anhänger?
Wiedemann: Für die Bauweise mit drei Achsen sprechen gleich mehrere Argumente: Gegenüber einem Tandem-Anhänger ist die Nutzlast höher und vergleichbar mit einem Drehschemel-Tieflader. Als Zentralachsanhänger ist der HBTZ Tridem jedoch einfacher zu fahren. Besonders beim Rangieren ziehen viele Fahrer so ein Modell der Drehschemelbauweise vor. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, den Anhänger mit optionalen Bordwänden aus zustatten, was den Anhänger hinsichtlich der Lademöglichkeiten flexibler macht.

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Markus Wiedemann, Humbaur © Humbaur

BG: Sie bieten mehrere Achs-Konfigurationen an. Welche?
Wiedemann: In der Standardausführung ist beim HBTZ Tridem das erste Aggregat als Liftachse ausgeführt, die beiden anderen als Starrachsen. In der Premium-Version wird die dritte Achse zur Nachlauflenkachse. Unseren Anhänger auf der bauma haben wir mit einem Achsaggregat unseres Lieferanten BPW ausgestattet, das noch gar nicht in Serie verfügbar ist. Dieses verfügt nicht nur über eine Nachlauflenkung, sondern auch über eine Zusatzlenkung mit „Active Reverse Control“.

BG: Wann ist mit der Serienreife zu rechnen?
Wiedemann: Die spezielle Lenkachse soll in der zweiten Jahreshälfte auf den Markt kommen und wir können sie bei entsprechender Nachfrage dann zeitnah in unserem Anhänger verbauen.

BG: Was ist der Vorteil der Achse?
Wiedemann: Ein Sensor reagiert auf die Bewegungen des Anhängers und steuert automatisch die Lenkung der dritten Achse. Außerdem kann nicht nur während der Fahrt, sondern bereits im Stillstand gelenkt werden. Der Fahrer kann vom Zugfahrzeug aus die Lenkung der dritten Anhängerachse einstellen. Damit wird das Rangieren auf engstem Raum erheblich vereinfacht. Man kann damit rückwärts bereits in eine bestimmte Richtung rangieren, obwohl die Stellung des Zugfahrzeugs eigentlich eine andere Richtung vorgäbe. Das ist nicht nur auf vielen innerstädtischen Baustellen oder in Hinterhöfen meiner Meinung nach ein entscheidender Pluspunkt.

BG: Welche Nutzlast kann der HBTZ Tridem tragen?
Wiedemann: Wir bieten zwei Varianten mit unterschiedlicher Nutzlast an: Der HBTZ 247224 Tridem ist an jedem Achsaggregat mit Zwillingsbereifung 205/65 R17,5 ausgestattet. Das ermöglicht eine mit 800 mm niedrige Ladehöhe, erlaubt pro Linie aber nur eine Belastung von acht Tonnen. Damit kommen wir auf 24 t zulässigem Gesamtgewicht und rund 18,5 t Nutzlast in der Basisausstattung ohne Zubehör. Letzteres reduziert natürlich die mögliche Nutzlast.

BG: Und die zweite Variante?
Wiedemann: Der HBTZ 307224 Tridem ist ebenfalls zwillingsbereift. Die Reifengröße beträgt hier allerdings 235/75 R17,5, wodurch sich eine mögliche Belastung von zehn Tonnen pro Linie ergibt. Wir sind also bei 30 t zulässigem Gesamtgewicht und 23 t möglicher Nutzlast in der Basisausstattung ohne Zubehör. Die Ladehöhe beträgt bei diesem Anhänger 900 mm.

BG: Sie haben von der Ausstattung und dem Zubehör gesprochen. Was hat der Anhänger hier zu bieten?
Wiedemann: Der HBTZ Tridem verfügt über eine massive Schweißkonstruktion, der Rahmen ist aus Feinkornstahl gefertigt. Ein durchgestreckter Querträger sorgt für Stabilität, heckseitige Kletterleisten an der Auffahrschräge für Sicherheit beim Be- und Entladen. Die einteilig feuerverzinkten Auffahrrampen sind seitlich verschiebbar, damit alle Arten von Baumaschinen verladen werden können. Für die Ladungssicherung sind acht Paar Zurringe mit zehn Tonnen Zugkraft im Tiefbett versenkt, außerdem sechs Paar Zurringe mit zwei Tonnen Zugkraft über dem Radausschnitt angebracht. Zudem sind fünf Paar Zurr-/Rungentaschen verbaut. Diese sind jeweils mit drei Tonnen belastbar und lassen sich mit optionalen Rungen bestücken. Diese werden beispielsweise für die Erweiterung mit den optionalen klappbaren Bordwänden gebraucht.

BG: Wie kam der Tridem auf der bauma an? Welche Fragen wurden am häufigsten gestellt?
Wiedemann: Die Resonanz auf den Tridem war überwältigend. Wir konnten eine enorme Nachfrage feststellen, das Messeexponat war schnell vergriffen. Die häufigsten Fragen drehten sich um Ausstattungsvarianten, das Achssystem sowie nach einer 30-Tonnen-Ausführung. Diese werden wir zeitnah auf den Markt bringen.

BG: Nutzen Sie ein Forum wie die bauma auch dafür, Anregungen für Verbesserungen zu sammeln oder konzentriert man sich eher auf den Verkauf?
Wiedemann: Selbstverständlich nutzen wir sämtliche Foren und Fachmessen, nicht nur die bauma, um Anregungen für Verbesserungen zu sammeln. Für uns ist es stets sehr wichtig, nahe am Kunden zu sein, um auf Veränderungen des Kaufverhaltens und der Anforderungen rechtzeitig reagieren zu können. Die Nähe zum Kunden wirkt sich dann auch unmittelbar auf den Verkaufserfolg aus.

BG: Nach dem Feedback auf der bauma: Welche Verkaufschancen räumen Sie dem Tridem ein? Was sind Ihre Ziele?
Wiedemann: Unser Fazit bezüglich des Tridem-Anhängers fällt äußerst positiv aus. Wir konnten auf der Messe zahlreiche Verkäufe und konkrete Anfragen fixieren. Wir werden das Leistungsspektrum dieses Fahrzeuges weiter ausbauen, also neben der 24-Tonnen-Variante eine 30-Tonnen-Variante präsentieren, aber auch die Ausstattungsvarianten nochmals erweitern. Wir gehen insgesamt davon aus, dass wir mit diesem Modell unser Absatzvolumen und unsere Marktpräsenz weiter ausbauen werden.

BG: Zu guter Letzt blicken wir einmal auf andere Unternehmen: Was haben Sie bei Marktbegleitern auf der bauma entdeckt, was Sie begeistert hat?
Wiedemann: Bei unseren direkten Marktbegleitern konnten wir auf der diesjährigen bauma keine wegweisenden Innovationen feststellen. Unserer Meinung nach konnten wir sowohl mit unseren Neuheiten als auch mit den USPs unserer bewährten Produkte bei den Kunden punkten und überzeugen.

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