Aus Baugewerbe Unternehmermagazin 10\2019

Schweres Gerät für Naturschätze

In Arvigo in der Schweiz kommen Volvo-Radlader beim Gneis-Abbau zum Einsatz.

In Arvigo, im Schweizer Kanton Graubünden wird Calanca-Gneis mit Volvo Maschinen abgebaut. © Volvo

Weit hinein in das Calanca-Tal reicht eine kurvigen Straße, schlängelt sich ­hinauf durch teils felsige, teils begrünte Gebirgspassagen vorbei an kleinen Dörfern bis zu einer alpinen Höhe von etwa 3.000 Meter. Dort endet die Straße. Hier im südlichsten Winkel des Schweizer Kanton Graubünden gibt es einen besonderen Naturschatz: den Calanca-Gneis.

Das Seitental an der Grenze zum Tessin lässt kaum erahnen, dass in dem kleinen Dorf Arvigo schwere Maschinen am Werk sind und tonnenschweres Material aus dem Gestein abtragen. Hier in Arvigo befindet sich seit 1950 eines der wenigen Arbeitgeber in der Region, der Familienbetrieb ­Afredo Polti. Hier wird der Besucher am Eingang mit viel Gneis als Bodenplatten oder Wandschmuck mit unterschiedlichen Maserungen empfangen. Kleine Kunstwerke aus Gneis befinden sich in einer Vitrine: Taschenmesser, Vasen oder Schlüsselanhänger aus diesem lebhaften Material präsentieren regionale Unikate.

Blockumschlag auf unbefestigtem Untergrund
Der Steinbruch oberhalb der Werkstatt gehört ­Alfredo Polti. Das Unternehmen bewirtschaftet ­dieses Gelände unter strengen Vorgaben. Sowohl im Steinbruch als auch auf dem Werksgelände ­blitzen­­ immer wieder gelbe Volvo-Maschinen zwischen rohen grauen Felsblöcken, geschichteten Stein­platten oder gebundenen Verladepaletten hervor. Von unten her unscheinbar im Hang versteckt arbeitet oben ein Volvo EC460B im Gesteinsgeröll. Sprengungen sind zunächst nötig, um das Gestein grob zu lösen. Danach muss dieses Meer von Steinen sortiert und gleichzeitig ein befahrbarer Weg in den Steinbruch freigelegt werden. Auf diesem unbefestigten Untergrund sind viel Übung und Erfahrung des Fahrers erforderlich.

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Geschulte Mitarbeiter sind das A und O für die Sicherheit im Steinbruch der Firma Polti. Die meisten Mitarbeiter sind schon seit 20 Jahren dort tätig. So auch Livio, der Fahrer des kräftigen Volvo-­Radladers L350H. Er kennt den Steinbruch wie seine Westentasche und ist Meister des Block-Umschlags. Bereits oben beim Abbau muss er entscheiden, welche Felsblöcke brauchbar sind und welche nicht. Die Gneis-Schieferung muss durchgängig sein; sie darf keine Verknöcherungen enthalten, da diese sie für die Verarbeitung unbrauchbar machen.

Der L350H löste den L350F ab
Livio bringt die nutzbaren Gesteinsblöcke zunächst in ein Zwischenlager auf halber Höhe des Geländes. Dieses dient zum einen der regelmäßigen Belieferung der Werkstatt am Fuß des Steinbruchs, zum anderen als Reservevorrat für den Fall, dass einmal der Abtransport aus höheren Lagen aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr möglich sein sollte. Livio schätzt den neu angeschafften Volvo L350H, der ­seine bisherige Maschine, den L350F, nach be­achtlichen 15.400 Betriebsstunden ersetzt. Giovanni Polti hat sich bewusst für diesen Volvo-Radlader entschieden: „Der Volvo L350H verfügt über die modernste Motoren-Technologie Stage V und entspricht der neuesten Abgasnorm. Sie ist eine sehr saubere Maschine, die zu unserem Bestreben nach einer sauberen Zukunft passt.“
Weiter führt er aus: „Wir bewegen etwa 60.000 Tonnen Material im Blockumschlag pro Jahr. Hohe Effizienz der Maschinen ist daher ein wichtiges Kaufkriterium. Um das Ausfallrisiko auf ein Minimum zu reduzieren, haben wir den L350H zusätzlich mit einem Servicevertrag Gold ausgestattet.“ Giovanni Polti ist seit 40 Jahren Kunde bei Robert Aebi und erneuert seine Volvo-Maschinenflotte regelmäßig. Demnächst kommt noch ein weiteres Schwergewicht hinzu, der Volvo EC480E, der am Berg mitwirken wird.

Naturgespalten oder diamantgesägt, poliert, geschliffen oder gebürstet – jeder Block, den Livio nach unten in die Werkstatt bringt, erhält seine besondere Bearbeitung. Je nach Produktionsschritt liefern ein Volvo L150E, ein Volvo L90H, ein L90F und ein L35B die Blöcke in die jeweilige Werkstatt. Viel Handarbeit, Geschick und Erfahrung bringen die Mitarbeiter für die Verarbeitung mit. Sie müssen ihre Steine quasi „lesen“ können, Linien erkennen und Nägel in den Block richtig und präzise ­setzen. Nach einigen kräftigen Hammerschlägen spaltet sich der Block in kleinere Teile oder zerfällt bei bereits kleineren Blöcken in einzelne Platten.

Platten, die eine glatte Oberfläche bekommen sollen, werden in einer Werkshalle mit einer Kreissäge bearbeitet. Sie schneidet aus den massiven Blöcken Platten in unterschiedlichen Größen je nach Kundenwunsch. Jede Platte kann ob ihrer individuellen Maserung bewundert werden; in ihnen allen steckt die Geschichte von Jahrtausenden im Calanca-Tal. 

Der Hersteller Volvo
Volvo Construction Equipment (Volvo CE) ist ein international tätiges Unternehmen, das Maschinen für das Bauwesen und verwandte Industriezweige entwickelt, herstellt und vermarktet. Zu den Produkten gehören Radlader, Hydraulikbagger, knickgelenkte Dumper, Erdbau- und Asphaltwalzen, Fertiger, Kompaktausrüstung und Materialtransportausrüstung. Volvo CE gehört zum Volvo-Konzern, dem weltgrößten Hersteller von Dieselmotoren in der Klasse neun bis 18 Liter. Der Volvo-Konzern ist Hersteller von Lkw, Bussen und Baumaschinen, Antriebssystemen für Schifffahrt und Industrie, Bauteilen für die Luftfahrt sowie Anbieter von Dienstleistungen. Der ­Konzern bietet ebenfalls Komplettlösungen für Finanzierungen und damit ­verwandte Dienstleistungen.

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