Dämmstoff

Ziegel für mehr Wärmeschutz

Ein Paradebeispiel städtebaulicher Nachverdichtung ist die Wohnsiedlung Neubiberger Gärten. Der mit mineralischem Dämmstoff gefüllte Baustoff erreicht in relativ schlanken monolithischen Außenwänden den geforderten KfW-55-Effizienzhausstandard.

Die Wohnanlage fügt sich optisch in das bauliche Umfeld Neubibergs ein. Mit hohen Schalldämmwerten sorgen Unipor-Mauerziegel hier trotz der Nähe zur Bahntrasse für ruhiges Wohnen. © Ten Brinke Wohnungsbau / Bocholt

Die im Sommer 2018 fertiggestellte Anlage liegt in einem südlich an München angrenzenden Vorort. Neben der ansprechenden Gestaltung überzeugt hier besonders die wirtschaftliche und nachhaltige Bauweise. Der Bauherr vertraute für die vier Mehrfamilien- und neun Reihenhäuser auf die bauphysikalischen und ökologischen Vorzüge des Unipor-Coriso-Mauerziegels. Der mit mineralischem Dämmstoff gefüllte Baustoff erreicht schon in relativ schlanken monolithischen Außenwänden den geforderten KfW 55-Effizienzhausstandard. Zudem sorgt er neben ausreichender Tragkraft für hohen Schallschutz.

Bebauung auf 5.000 Quadratmeter
Nach jahrelanger Planung der Gemeinde Neubiberg konnte das seit 2016 brach liegende Gelände an der Freiherr-von-Stengel-Straße endlich bebaut werden. So wird das rund 12.000 Quadratmeter große Areal zwischen Bahnhofsplatz und Kaiserstraße von dem Investor Ten Brinke Projektentwicklungs aus der Oberpfalz in Abstimmung mit der Gemeinde bereits vielfältig genutzt. Neben einem Einkaufcenter sowie Gebäuden für diverse Dienstleister entstand im östlichen Bereich nun ein reines Wohngebiet. Die Bebauung erstreckt sich auf rund 5.000 Quadratmeter.

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Sowohl die Mehrfamilien- als auch die dahinter liegenden Reihenhäuser sind mit Unipor-Coriso-Mauerziegeln errichtet. Wichtig war die Wärmedämmung sowie der hohe Schallschutz des Wandbaustoffes. © Ten Brinke Wohnungsbau / Bocholt

Maßvoll nachverdichtet
Der beauftragte Architekt Hans Meier aus Miesbach sah entsprechend der Vorstellungen von Ten Brinke Wohnungsbau für die Wohnsiedlung eine Mischbebauung vor. Er plante zwei Gebäudeblocks mit Reihenhäusern und vier Mehrfamilienhäusern mit Satteldächern. Alle neun Reihenhäuser und die insgesamt 38 Wohneinheiten der Mehrfamilienhäuser wurden als erwerbbare Eigentumsimmobilien konzipiert. In zwei der Mehrfamilienbauten befinden sich zehn Wohnungen, in den anderen beiden neun. Der Entwurf orientierte sich in der Gebäudegestaltung und Dimensionierung an der kleinteiligen Wohnbebauung des Umfeldes. Die Mehrfamilienhäuser haben angesichts maßvoller Nachverdichtung deshalb ebenso wie die Reihenhäuser nur zwei Geschosse sowie ein ausgebautes Dachgeschoss.

Familien- und seniorenfreundliche Grundrisse
Während alle Reihenhäuser eine Wohnfläche von knapp 150 Quadratmeter haben, variieren die Zwei-, Drei- und Vierzimmerwohnungen der Mehrfamilienhäuser in ihrer jeweiligen Größe zwischen 56 und 132 Quadratmeter. Alle Häuser haben an den Wohnungen je nach Geschosslage einen Garten mit Terrasse oder einen Balkon. Zu jeder Wohneinheit gehört zudem ein Stellplatz in einer unter der Wohnsiedlung auf 130 Metern Länge angelegten Tiefgarage. Die Wohnungen zeichnen sich neben einer gehobenen Ausstattung durch familien- und seniorenfreundliche Grundrisse aus. Fast alle Einheiten sind barrierefrei nutzbar und direkt von der Tiefgarage aus erreichbar. Gleiches gilt für die Reihenhäuser.

In Neubiberg bei München ist die Nachfrage nach Wohnraum hoch. Auf einer Brachfläche im Stadtkern entstand eine Wohnanlage mit vier Mehrfamilien- und neun Reihenhäusern. © Unipor

Solide, massive Bauweise gefordert
Der Bauherr, eine Tochtergesellschaft der niederländischen Ten Brinke Group, verlangte auch im Interesse der zukünftigen Käufer eine zur dauerhaften Wertbeständigkeit der Immobilien beitragende nachhaltige Bauweise. Der gewählte massive Außenwandbaustoff sollte zudem aufgrund der Nähe zur Bahnanlage hohen Wärme- und Schallschutz miteinander verknüpfen. Gefordert war ein baulicher Wärmeschutz, der zum finanziell geförderten KfW-55-Effizienzhaustandard beitrug. Angesichts dieser Vorgaben erwiesen sich bei den Reihen- und Mehrfamilienhäusern je nach Gebäudebereich die gewählten „Unipor Coriso“-Mauerziegel als perfekte Lösung.

Wärme- und schalldämmende Außenwand
Die mit rein mineralischem Dämmstoff gefüllten Mauersteine wurden speziell für eine gleichermaßen wärme- und schalldämmende Außenwand entwickelt – wie das Kürzel WS (W für Wärmeschutz, S für Schallschutz) verdeutlicht. Außerdem war auch ausreichende Tragfähigkeit gefragt. So erreicht der im Sockelbereich der Mehrfamilienhäuser ein gesetzte Unipor WS10 Coriso seine für einen Wärmedämmziegel (= 0,10 W/(mK)) sehr hohe zulässige Druckspannung von 1,9 Meganewton pro Quadratmeter. Er verdankt diese insbesondere einer aussteifenden Anordnung der Ziegelstege. Der in den Obergeschossen verwendete WS07 Coriso sorgt auch in schlanker Mauerwerksdicke von 36,5 Zentimeter für einen besonders energiesparenden Wärmedurchgangskoeffizienten von nur 0,18 Watt pro Quadratmeter und Kelvin. Der Wärmedurchgangskoeffizient ist ein Maß für den Wärmedurchgang durch einen festen Körper aufgrund eines Temperaturunterschieds; er bezeichnet den Wärmestrom je Fläche der Wand und je Kelvin Temperaturunterschied. Zudem tragen die eingesetzten Deckenrandelemente effektiv zum Schallschutz bei.

Moderne Neubauten aus mineralisch gedämmten Unipor-Mauerziegeln: Die Eigenheime in den Neubiberger Gärten entsprechen dem KfW-Effizienzhausstandard 55. © Unipor

Hoher Schallschutz inklusive
Die Dämmstoff-Füllung des WS10 Coriso-Mauerziegels wirkt sich auch positiv auf die Schalldämmung der Außenwände aus: Mit einem Dämmmaß Rw,-Bau,ref bis 52,2 Dezibel bietet er den Bewohnern einen vergleichsweise hohen Schutz vor Außenlärm. Hilfe leistet hier auch das aus wärmetechnischen Gründen eingesetzte Deckenrandelement: Bestehend aus einer außenliegenden Ziegelschale und zwei Dämmschichten aus Neopor verringert es die vertikale und horizontale Schalllängsleitung. Es reduziert aufgrund seines Wärmeleitwertes von 0,06 Watt pro Meter und Kelvin auch die wärmetechnisch gesehen negative Wirkung des Deckenabschlusses als Wärmebrücke.

Aufgrund der Lage galt es außerdem, die Einwirkung der Erschütterungen durch den Bahnverkehr und des entstehenden sekundären Luftschalls auf die Gebäude zu vermindern. So wurde für alle Bauwerke unterhalb der Untergeschossdecke eine elastische Lagerung mit speziellen Dämmblöcken vorgesehen. Außerdem erhielten die Außenwände der Kellergeschosse als Erschütterungsschutz eine Verkleidung aus Dämmmatten. Die Aufzugschächte wurden vom Fundament entkoppelt.

Die zentrale Lage macht einen hohen baulichen Schallschutz des Mauerwerkes unabdingbar. Zusammen mit Unipor-Systembaulösungen dämmen Coriso-Mauerziegel die Schallübertragung zwischen angrenzenden Wohnungen. © Unipor

Zügige Mauerwerkserstellung dank Systemzubehör
Beim Rohbau bot das Unipor-Sortiment zu den verschiedenen Mauerziegeln auch Systemzubehör wie Stürze und U-Schalen. So führten die Mauerwerkslösungen zu einer zügigen Erstellung der Gebäudehülle und Innenwände. „Die vom Ziegelwerk Leipfinger-Bader hergestellten und gelieferten Unipor-Mauerziegel überzeugten mit Maßgenauigkeit und Verarbeitungsfreundlichkeit“, betont Projektleiter Mario Görner. „Wir waren speziell mit dem Coriso – wie auch schon bei anderen Projekten – sehr zufrieden.“ Die Mauerziegel wurden entsprechend der jeweiligen Zulassungsbestimmungen in deckelndem Dünnbettmörtel gesetzt. Zur schnellen Verlegezeit trug auch das von den Verarbeitern genutzte Mauertec-System bei: Es besteht aus dem für die Coriso-Vermörtelung maßgeschneiderten Dünnbettmörtel Maxit 900 D sowie dem gegen eine kleine Gebühr mitgelieferten Rührgerät Collomix und dem Mörtelschlitten unimaxx. Die Coriso- Ziegel ließen sich zügig verlegen und ohne Herausrieseln der mineralischen Füllung problemlos zusägen, schlitzen und anbohren. Das homogene Qualitätsmauerwerk erleichterte den Auftrag eines drei lagigen mineralischen Außenputzes und eines gefilzten Kalk-Gipsputzes auf der Wandinnenseite.

Blick in die Küche: Die Planung der Eigentumswohnungen erfolgte mit Blick in die Zukunft: Zum einen sind massive Mauerziegel ein beständiger Wandbaustoff, zum anderen sind die Grundrisse offen sowie familien- und seniorengerecht angelegt. © Unipor

Die Attraktivität des Standorts hat der Investor mit der Anlage eines Kinderspielplatzes samt Grünfläche, Sitzmöglichkeiten und Spielgeräten betont. Mit dem breiten Angebot an Wohnungsgrößen fühlten sich viele potenzielle Käufergruppen angesprochen – sowohl Familien als auch Singles unterschiedlichen Alters.


Stichwort: Neubiberg
Neubiberg gehört zum Landkreis München und grenzt direkt an das südliche Stadtgebiet an. Die Gemeinde ist durch ihre Nähe zur bayrischen Metropole als Wohnort begehrt und mittlerweile dicht besiedelt. Typisch für das Erscheinungsbild sind Einzel- und Reihenhäuser mit jeweils dazugehörigem Garten. Ansonsten ist die Gemeinde seit den 80er Jahren als Wissenschafts- und Forschungsstandort bekannt. Hier siedelten sich zahlreiche Betriebe aus der High-Tech- und IT-Branche an.


Die Bautafel
Adresse: Freiherr von Stengel-Strasse, 85579 Neubiberg
Bauträger: Ten Brinke Wohnungsbau GmbH & Co.KG, 46399 Bocholt
Entwurf: Architekturbüro Meier, Dipl.-Ing. Architekt Hans Meier, 83714 Miesbach
Rohbau: M. Haseitl Baugesellschaft mbH & Co. Betriebs KG, 86956 Schongau
Wohneinheiten: 38 Eigentumswohnungen in vier Mehrfamilienhäusern, 9 Reihenhäuser in zwei Gebäudeblöcken
Ziegelhersteller: Leipfinger-Bader Ziegelwerke KG, 84172 Vatersdorf, Mitglied der Unipor-Gruppe
Fertigstellung Gesamtanlage: Sommer 2018

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