Cloud-Plattformen

Florian Stocker,

In die Cloud, aber sicher

BIM lebt von der Speicherung und vom Austausch großer Datenmengen. Die Nutzung großer Cloud-Plattformen wie Dropbox ist problematisch. Das Unternehmen De Njis zeigt, wie es anders geht: Der Konzern setzt auf eine quelloffene Software, die den Betrieb auf eigenen Servern mit der Flexibilität von großen kommerziellen Lösungen verbindet.

© Reshot.com

Wo gebaut wird, entstehen Daten, besonders in Zeiten von BIM. An einem Bauprojekt sind – neben den Mitarbeitern des Bauunternehmens – Architekten, Statiker auch viele externe Zulieferer und Projektpartner beteiligt, deren Einbindung in eine bestehende Dateninfrastruktur essentiell dafür ist, alle relevanten Informationen sicher und flexibel zu teilen und nutzbar zu machen.

Cloud-basierter Software kommt an dieser Stelle eine Schlüsselrolle zu. Doch gerade beim Thema Dateiaustausch haben Anwendungen aus dem BIM-Umfeld das Potenzial der Cloud noch nicht voll ausgeschöpft, wie die ISPRS-Studie „Open Source Cloud-based Technologies for BIM” feststellt. Die Studie legt nahe, freie und quelloffene Systeme zu entwickeln, die die kollaborativen Prozesse und die BIM-Dateifreigabe unter Verwendung von Netzwerktechnologien ermöglichen. Darauf aufbauend wird ein Open-Source-Cloud-basiertes System-Framework zum Speichern, Anzeigen und Analysieren von BIM- und HBIM-Modellen skizziert. Doch fernab von der Theorie existieren in der Praxis bereits konkrete Anwendungsfälle.

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BIM-Projekt beim Bauunternehmen De Nijs
Das Bauunternehmen De Nijs ist ein ISO-zertifizierter Bauunternehmer, der vorwiegend im Norden der Niederlande Großprojekte realisiert. Dabei setzt das Unternehmen auf Building Information Modeling in Verbindung mit Open-Source-Software des deutschen Anbieters ownCloud.

ownCloud ist eine Client-Server-Software, mit der sich File-Hosting-Dienste realisieren lassen. Das bekannteste Beispiel für so eine Lösung ist die Dropbox. Der primäre Unterschied besteht allerdings darin, dass Anwender bei ownCloud die Wahl haben, wo sie ihre Daten speichern. Die Server-Edition von ownCloud ist kostenlos und Open-Source. Jedes Unternehmen kann so eine Cloud-Infrastruktur auf dem eigenen Server installieren oder auf ein sicheres, selbst gewähltes Rechenzentrum zurückgreifen.

Das ist besonders im Unternehmenskontext wichtig: Kommerzielle Cloud-Anbieter betreiben in der Regel eigene Rechenzentren, die in den meisten Fällen im (Nicht-EU-)Ausland angesiedelt sind. Der Austausch von sensiblen Unternehmensdaten unterliegt aber nicht erst seit dem Inkrafttreten der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) strengen rechtlichen Bestimmungen.

© ownCloud

Integration zahlreicher BIM-Werkzeuge
Die Fähigkeit, große Datenmengen an einem zentralen Ort speichern zu können, war für De Nijis letztlich der Hauptgrund für die Entscheidung pro ownCloud. Ein weiterer Faktor: die Flexibilität der Software. ownCloud übernimmt die Funktion einer zentralen Schnittstelle, die verschiedene Anwendungen effizient integriert. Neben den bekannten Tools wie Solibri von Nemetschek, Autodesk ReCap oder BIMcollab Zoom werden zahlreiche weitere BIM-Werkzeuge innerhalb eines Projekts parallel eingesetzt.

Anwenderfreundlich und sicher
Alle verwendeten Viewer und Tools haben Zugriff auf den firmeneigenen Server und sämtliche Modelle werden automatisch aktualisiert. Dateien können ungeachtet ihrer Größe oder ihres Typs über das Outlook-Plugin von ownCloud mittels weniger Klicks verschickt werden. Auch dieses Tool ist sehr anwenderfreundlich und verwendet eine sichere SSL-Verschlüsselung. Zur sicheren Weitergabe von Dateien innerhalb der eigenen Organisation nutzt De Nijs außerdem ein Windows-Netzlaufwerk. Der Zugriff auf die dort liegenden Dateien ist oft nur über eine VPN-Verbindung möglich – mit entsprechenden Einschränkungen vor allem bei der Übertragungsgeschwindigkeit.

ownClouds „Windows Network Drive Integration” bietet hier eine intelligente Alternative: Nach einmaliger Konfiguration durch den Administrator behandelt die App das Netzlaufwerk als normalen externen Speicher, vergleichbar mit einem privaten Server, auf den über den Browser oder über entsprechende Clients zugegriffen werden kann.

Zugriff auf aktuelle Daten von jedem Ort der Welt
Für die Implementierung der Software konnte De Nijs auf den individuellen Support von ownCloud zurückgreifen, bei dem jede Art von Nutzeranfragen in regelmäßigen Web-Meetings beantwortet oder direkt von einem Entwickler gelöst werden. Der professionelle Enterprise Support und Consulting von ownCloud spielte insbesondere während der Anfangsphase eine tragende Rolle und war – laut De Nijs – ausschlaggebend für den Gesamterfolg des Projektes.

Durch den Einsatz von ownCloud konnten die Verteilungsprozesse für alle Daten massiv beschleunigt werden. Da die BIM-Dateien nicht mehr manuell lokal auf dem Endgerät des Benutzers gespeichert werden müssen, sondern automatisch über einen Desktopoder mobilen Client synchronisiert werden, befindet sich immer die aktuellste Version einer Datei auf dem Endgerät. Die hohe Bandbreite in der De Nijs Firmenzentrale führt zu hohen Datenübertragungsraten, die eine schnelle Synchronisation zwischen Servern Desktops und mobilen Endgeräten ermöglicht. Damit ermöglicht ownCloud de Nijs eine signifikante Steigerung der Produktivität.


Über ownCloud
Kontrolle für sensible Daten ownCloud ist der Open-Source-Marktführer für Content Collaboration weltweit. Nutzer können von jedem Gerät und überall auf der Welt sicher auf Daten zugreifen und diese austauschen. Die Software wird auf mehr als 200.000 Installationen von 25 Millionen Nutzern verwendet.
Mehr Informationen: owncloud.com/de/newsroom/

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