3D-Gerüstplanung

Martin Schrüfer,

BIM-Methodik im Gerüstbau

Parallel zu den Arbeiten am Hauptturm des Ulmer Münsters wird im Innern derzeit auch der Chorraum saniert. In beiden Fällen dient das modulare PERI UP Gerüstsystem als Arbeits- und Schutzgerüst. Für dessen Planung griff das Unternehmen auf 3D-Laser-Scanning zurück.

Das PERI UP Raumgerüst im Chorraum des Ulmer Münsters wurde freistehend ausgeführt. Dessen Planung wurde mittels BIM-Methodik umgesetzt. © PERI

Das Ulmer Münster ist die größte evangelische Kirche Deutschlands. Der 161,53 Meter hohe Hauptturm ist bis heute der höchste Kirchturm der Welt. Der Chorraum des Münsters ist 29 Meter lang, 15 Meter breit und 26 Meter hoch. Als Spätfolge der Reparaturen eines Bombenschadens von 1945 durch Verwendung unterschiedlicher Materialien lösten sich Ende 2018 Putzteile von der Decke. Die notwendigen Sanierungsarbeiten an der Gewölbedecke erforderten ein Arbeitsgerüst, das sich möglichst exakt an die komplizierte, dreidimensionale Bauwerksgeometrie anpassen konnte.

Freistehende Struktur schont Bausubstanz
Das 13.000 m³ große Raumgerüst wurde freistehend ausgeführt, wodurch Verankerungen an der historischen Baustruktur vermieden werden konnten. Zudem waren unter anderem das hölzerne Chorgestühl, der Altar und die Chororgel zu überbauen und zu umbauen. Gleichzeitig wurden abgestufte Arbeitsebenen und Zugangsmöglichkeiten geschaffen. Der Zugang und der vertikale Materialtransport erfolgen über einen in die Gerüstkonstruktion integrierten Treppenturm sowie einen Bauaufzug.

Laser-Scanning für hohe Planungsqualität
PERI Ingenieure realisierten die 3D-Gerüstplanung mithilfe der BIM-Methodik. Mangels Bestandsplänen wurde der Innenraum des Chores zuvor in Zusammenarbeit mit der Münsterbauhütte mithilfe von 3D-Laser-Scanning erfasst und in ein 3D-Bauwerksmodell überführt. So konnten bereits in der frühen Planungsphase mögliche Kollisionen mit der Bausubstanz bei der späteren Montage des Arbeitsgerüstes ausgeschlossen werden. Durch diese hohe Planungsqualität ließen sich Problemstellungen bei der Umsetzung auf der Baustelle vermeiden, was einen effizienten und sicheren Montageablauf zur Folge hatte. Ein weiterer Vorteil der detaillierten Gerüstplanung: Getaktete, auf die Montagefolge abgestimmte Materiallieferungen sorgten dafür, dass nur wenig Lagerplatz benötigt wurde.

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Die Gerüstkonstruktion basierte weitestgehend auf einem Grundraster von 2,50 Meter auf 2,50 Meter. Zur geometrischen Anpassung an den Chorraum mit all den Nischen und Ausrundungen sowie unter Berücksichtigung des Altars, des Chorgestühls und der Orgel sorgte das metrische Systemraster von PERI UP Flex in 25-cm beziehungsweise 50-cm-Schritten für Flexibilität. Dadurch wurden bei der Gerüstmontage zeitaufwändige Kupplungsverbindungen weitestgehend vermieden. Auch die Arbeitsebenen für die Gerüstnutzung konnten somit sicher, da ohne Stolperstellen, mit Systembelägen ausgebildet werden. Selbst Auskragungen und Abhängungen ließen sich mit Systembauteilen ausführen. Verantwortlich für die Ausführung der Gerüstmontage war die regional ansässige Mack Gerüstbau GmbH.

Die Arbeiten sollen bis Ende 2019 abgeschlossen und das Gerüst wieder abgebaut sein. Ab 2020 steht der Chorraum den Ulmer Bürgern und den zahlreichen Besuchern wieder offen.

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