Finanzen

Susanne Frank,

Risikofaktor dünne Eigenkapitaldecke

Fällt mal ein finanzstarker Auftraggeber bei einem Projekt weg, so kann eine gute Eigenkapitalquote darüber hinweg helfen. Leider liegt diese nicht bei allen Betrieben vor, dabei ist sie ein Grundstein für die Zukunft eines Unternehmens.

Jedes Bauunternehmen wünscht sich eine hohe Eigenkapitalquote, jedoch nur wenige haben diese. Eigenkapital sorgt für finanzielle Unabhängigkeit, ermöglicht Investitionen und spart Zinsen durch externe Kreditaufnahme bei Banken und Kapitalgebern.

Sollte jedoch Fremdkapital benötigt werden, so verbessert eine solide Eigenkapitalquote die Verhandlungsposition bei der Kapitalsuche und schlaflose Nächte gehören für viele Handwerksunternehmer der Vergangenheit an.

- Eigenkapital steht dem Unternehmen dauerhaft zur Verfügung

- Eine genügend hohe Eigenkapitalausstattung macht das Unternehmen krisensicherer und unabhängiger

- Je höher die finanzielle Eigenkapitalausstattung ist, desto höher ist die Bonität und die Möglichkeit sich ergänzende Fremdmittel wie z. B. Bankkredite einzuholen

- Eigenkapitalstarke Unternehmen gelten als risikoarm und erlangen bei Banken bessere Zins- und Kostenvorteile

- Besseres Rating durch Eigenkapital

Erschwerend kommt noch hinzu, dass Basel III dessen Regeln schrittweise von 2013 bis 2019 eingeführt werden sollen, noch strengere Vorschriften für das Eigenkapital und die Liquidität der Banken vorsieht. Ziel ist es die Banken vor weiteren Krisen zu schützen.

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- Das harte Kernkapital bezieht nur das Aktienkapital und zurückbehaltene Gewinne ein.

- Zusätzlich soll ein Notreserve-puffer von 2,5 Prozent eingeführt werden der auch aus hartem Kernkapital besteht.

- Hinzu kommt noch ein antizyklischer Puffer von bis zu 2,5 Prozent.

- Die Quote für das harte Kernkapital muss von 2013 bis 2015 schrittweise eingeführt werden und der Notreservepuffer von 2016 bis 2019

Durch die Aufstockung des Eigenkapitals rechnet der Bundesverband deutscher Banken für die zehn größten deutschen Banken mit einem zusätzlichen Kapitalbedarf von bis zu 105 Milliarden Euro. Das Kreditangebot für Firmen könnte sich infolge dessen verändern und verknappen.

Auch muss sich die Frage gestellt werden wer die Kosten trägt. Kurz um, die Vorhaltung eines höheren Eigenkapitals das von den Banken grundsätzlich verzinst werden muss und nicht für weitere Kredite verwendet werden darf, bedeuten für die Banken keine zusätzlichen Zinserträge und dies führt aller Wahrscheinlichkeit zu höheren Kapitalkosten.

Somit sind Auswirkungen auf die Zinskonditionen zu erwarten und die Kreditvergaberichtlinien werden verschärft um Ausfallrisiken zu minimieren bzw. zu vermeiden.

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