Finanzen

Susanne Frank,

Liquidität - Aus eigener Kraft

Nicht nur die aktuelle konjunkturelle Lage, sondern auch Forderungsverluste und die schlechte Zahlungsmoral der Kunden führen zu Umsatzeinbruch und Liquiditätsengpässen. Unser Autor stellt Möglichkeiten der Innenfinanzierung vor.

Finanzieller Reserven vergangener Zeiten sind heutzutage längst aufgebraucht und Banken halten sich im Bausektor mit Neukrediten zurück. Vorausdenkende Unternehmer sollten sich schon im Vorfeld absichern und alternative Liquiditätsformen nutzen. Im Folgenden möchte ich Ihnen eine Reihe von Maßnahmen vorstellen, die die Finanzierung aus dem Unternehmen heraus ermöglicht.

Prüfen Sie den Warenbestand. Eine zu große Vorratshaltung bindet unnötig Kapital, kostet Zinsen und mindert die Liquidität. Reduzieren Sie auf einen knappen Sicherheitsbestand und nutzen Sie die Flexibilität ihrer Baustoffhändler. Optimieren Sie den Bestellzeitpunkt und stellen Sie von Lagerbewirtschaftung auf Direktbezug um.Betreiben Sie aktives Forderungsmanagement (siehe hierzu auch M&T 2/2004, S. 40/41): Rechnen Sie Bauvorhaben schnell und zeitgenau ab, halten Sie den Schlussrechnungsbetrag so gering wie möglich. Mit einer Offenen-Posten-Verwaltung behalten Sie den Überblick. Geben Sie Kunden Anreize zur schnellen Zahlung, zum Beispiel Skonto. Gibt es keine andere Möglichkeit mehr, lassen Sie Außenstände durch ein Inkassobüro oder einen Rechtsanwalt einziehen.

Auch bereits vor Auftragsannahme können Sie sich vor eventuellen Forderungsausfällen schützen:

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Informieren Sie sich über potentielle Auftraggeber bei einer Auskunftsagentur oder Ihrer Bank. Nehmen Sie den Auftrag nicht an, wenn, die Kundenbank die Auskunft ohne schlüssige Gründe verweigert oder Sie eine negative Auskunft erhalten.

Verlangen Sie vom Kunden eine Vorauszahlung oder vereinbaren Sie Abschläge direkt im Werksvertrag. Räumen Sie Ihrem Kunden für die Vorauskasse einen Rabatt ein, Sie können sofort mit dem Geld arbeiten und Lieferantenrechnungen skontieren. Lassen Sie sich von ihrem Auftraggeber darüber hinaus eine Zahlungsbürgschaft zur Absicherung des Bauvorhabens aushändigen.

Nutzen Sie die Möglichkeiten einer Warenkreditversicherung. Der Versicherer hat Informationsquellen und wird Ihren Auftraggeber bezüglich der gewünschten Versicherungssumme prüfen. Wird das gewünschte Limit nicht vom Versicherer gezeichnet, sollten Sie auf den Auftrag verzichten.

Der Paragraph 648 a BGB wurde 1993 in das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) eingefügt. Er sollte Unternehmer zur Absicherung seiner Werklohnforderung dienen. Da der Unternehmer in der Regel Vorleistungen erbringt, hat er daran ein wesentliches Interesse. Nach dem genannten Paragraphen kann der Unternehmer für seine Vorleistungen bis zur Höhe der voraussichtlichen Vergütungsansprüche eine Sicherheit verlangen. Diese wird in der Regel durch eine Bürgschaft des Auftraggebers erbracht. Andere Sicherheiten sind möglich. Der Unternehmer kann die Sicherheitsleistung jederzeit auch nach Vertragsabschluss fordern.

Sofern im Jahresabschluss ein positives Ergebnis ausgewiesen wird, kann eine Ansparrücklage für vorgesehene Investitionen gebildet werden. Gewinn - und so die Steuerzahlung - werden gemindert. Sollte keine Investition erfolgen, muss die Rücklage aufgelöst und ein Strafzins in Höhe von sechs Prozent gezahlt werden. Bitte beachten Sie, dass die Auflösung der Ansparrückstellung Ihren Gewinn erhöht. Um den Vorwurf einer willkürlichen Rücklagenbildung zu entkräften, sollten Sie eine konkrete Investitionsplanung erstellen und bezüglich der Bildung der Ansparrücklage ein Gespräch mit dem Steuerberater führen.

Erzielter Gewinn sollte auch in der Unternehmung belassen werden, um Eigenkapital zu bilden beziehungsweise steigern. Dies führt unter anderem zu einem besseren Rating in Bezug auf Basel II. Eine Fremdfinanzierung ist zudem immer mit hohen Kosten verbunden.

Durch Einführung des Leistungslohnes können die produktiven Stunden erhöht werden. Die Betriebskosten werden gesenkt und Mitarbeitermotivation und Qualität gesteigert.

Einen wesentlichen Faktor für den Erfolg eines Betriebes stellen die Kosten dar. Überprüfen Sie laufend Ihre Kostenstruktur auf mögliche Einsparungen.

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