Aus Baugewerbe Unternehmermagazin 9\2019

„Wir haben Vorteile als kleinerer Anbieter“

Michael Stoevelbaek ist seit 1. Juli Geschäftsführer von Paschal.

Im Interview: Michael Stoevelbaek © Paschal

Baugewerbe Unternehmermagazin: Brachte die Tätigkeit für Paschal Sie auch persönlich näher an Deutschland?
Michael Stoevelbaek: Ja, meine Frau und ich wohnen bereits seit Weihnachten 2018 in Offenburg.

BGW: Vermissen Sie Dänemark?
Stoevelbaek: Nein, das glaube ich nicht. Wir werden es ja regelmäßig besuchen und Sommerurlaub in unserem Ferienhaus in Dänemark machen.

BGW: Mietet man in Dänemark mehr oder weniger bei Bauvorhaben?
Stoevelbaek: Alle Baumaschinen, alle Schalungen und Gerüste werden in Dänemark gemietet, das wurde in den letzten 20 bis 25 Jahren schon so gemacht.

BGW: Und hier in Deutschland? Haben Sie Zahlen?
Stoevelbaek: Das ist von Region zu Region verschieden, aber es wird immer mehr.

BGW: Der Vorteil für die Baufirma ist es ja, dass sie erstmal keine große Investition tätigen muss. Warum ist das Geschäftsmodell für Sie vorteilhaft?
Stoevelbaek: Der Vorteil ist, wenn man einen Mietpark aufgebaut hat und es läuft, dann kann man das Material wiederverwenden.

BGW: Gehören Sie als Schalungshersteller hier auf der bauma zu den Exoten unter all den Baumaschinen?
Stoevelbaek: Nein. Da gibt es sicher noch andere „Exoten“.

BGW: Fühlen Sie sich auf der Messe heimisch?
Stoevelbaek: Absolut. bauma kommt ja von Baumaschinen, aber heute gibt es ja viel mehr Produkte für den Bau.

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BGW: Wie sehen Sie sich im Vergleich mit den Mitbewerbern? Sie sind ja hier in nächster Nähe zu PERI, der die eine Ecke des Freigeländes Nord mit seinem Kubus dominiert…
Stoevelbaek: Klar, und auf der anderen Seite ist Doka!

BGW: ... und Sie fühlen sich denoch gut aufgestellt?
Stoevelbaek: Klar, was die Größe anbelangt, sind wir kleiner. Aber was die Produktivität angeht und die Effektivität, sehen wir uns auf der gleichen Höhe. Wir haben viele Vorteile als kleinerer Anbieter. Wir sind flexibel, wir können Ideen schnell um setzen. Bei einem großen Unternehmen muss man vielleicht mit einer Idee erst durch das ganze Haus laufen. Wir sind außerdem für Sonderschalungen sehr bekannt, zum Beispiel für Kunden in der Schweiz.

BGW: Welches Produkt am Stand ist ihr Highlight?
Stoevelbaek: Das ist die neue Leichtschalung Neor. Die Raster-Schalung war die erste Art von Schalung, die man bei Paschal gemacht hat. Seit 1968. Und sie ist immer noch ein tolles und gefragtes Produkt. Lustig finde ich folgende Anekdote: Als ich vor 13 Jahren in Dänemark angefangen habe, sagte der Vertriebsleiter zu mir, „Michael, dieses Produkt wird es in zwei Jahren nicht mehr geben.“ Und sie wird aber immer noch nachgefragt. Und jetzt haben wir sie weiter verbessert, leichter, stärker und zum gleichen Preis wie unsere aktuelle Raster-Schalung. Das sind drei gute Verkaufsargumente und ein Traum für jeden Verkaufsleiter.

BGW: Sie sind sehr engagiert, wenn es um das Thema BIM geht. Was bedeutet BIM in der Schalungsplanung?
Stoevelbaek: Schalung ist etwas ganz Konkretes – Stahlrahmen, Holzplatte, also eigentlich Hardware. Aber die letzten fünf bis acht Jahren hat die Software eine immer größere Bedeutung bekommen.

BGW: Man sieht die zukünftige Schalung virtuell. Kann man das so sagen?
Stoevelbaek: Ja – und man kann ein Projekt aufteilen in kleinere Projekte. Man kann die verschiedenen Takte sehen. Der Vorteil ist, dass man alles digital verfügbar hat und nicht mehr mit großen Zeichenrollen hantieren muss. Der Datenfluss ist viel einfacher. Man kann mit dem Bauherrn einfacher Daten austauschen.

BGW: Sie stellen am Stand eine AR-App vor. Erläutern Sie uns kurz, was die App kann?
Stoevelbaek: Vielleicht kann man es so einfach erklären. Erinnern Sie sich daran, dass dieses Pokémon-Spiel so populär war. Die App ist zwar kein Computerspiel, aber im Prinzip ist die Technik dieselbe. In der App werden Textfiles übersetzt in ein 3D-Modell. Dieses Modell kann man für Schulungen einsetzen für Schalungstechniker, man kann es drehen, man kann es 1:1 auf eine Straße projizieren. Im Prinzip kann man dann durch die Schalung hindurchgehen und alles anschauen, etwas ausblenden und nur bestimmte Sachen anzeigen lassen. Alle diese Vorteile bietet die AR-App.

BGW: Was genießen Sie am meisten an Ihrem Job?
Stoevelbaek: Das Beste ist sicher ein Teil von einem tollen Team zu sein. Das Gefühl hatte ich schon in Dänemark, aber auch hier in Deutschland, wo das Team sechsmal größer ist. Ich kenne noch nicht alle Namen der Mitarbeiter, aber das Team hat mich hier sehr herzlich empfangen und mir das Gefühl gegeben, dass alle froh sind, dass ich hier bin.

BGW: Vielen Dank für das Gespräch, Herr Stoevelbaek!


Nicht nur in Dänemark
Paschal-Danmark A/S wurde 1978 gegründet. Michael Støvelbæk begann als Finanzdirektor, war seit 2006 Geschäftsführer in Dänemark und ist seit 1. Juli 2019 Geschäftsführer des Paschal-Werks G. Maier GmbH.

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