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Artikel und Hintergründe zum Thema

Neuer Kern in alter Optik

Marvin Meyke,

Brücken-Denkmal mit Leichtbeton saniert

Die 1905 über die Schwarze Elster bei Neudeck errichtete Brücke ist eine der ältesten Betonbogenbrücken Deutschlands. Bei ihrer Sanierung wurden die Bögen mit rund 200 Kubikmeter Liapor-Leichtbeton verfüllt. 

© Rentsch & Balke Tiefbau

Beton, wie wir ihn heute kennen, war Anfang des 20. Jahrhunderts noch ein ganz neuer, innovativer Baustoff. Für damalige Zeiten visionär wurde zwischen 1904 und 1905 bei Neudeck in die Tat umgesetzt – in Form einer dreibogigen Brücke über die Schwarze Elster. Errichtet wurde das denkmalgeschützte Viadukt aus unbewehrtem Stampfbeton.

Intakt seit über 100 Jahren
In der Annahme, die Betonbogenbrücke sei akut einsturzgefährdet, wurde das Viadukt Mitte der 1990er-Jahre für den Verkehr gesperrt. Direkt daneben entstand eine Behelfsbrücke. Ein kürzlich erstelltes Gutachten machte jedoch klar: Stabilität und Tragfähigkeit des Bauwerks sind auch nach weit mehr als hundert Jahren vollkommen intakt und mit einer gewissen Ertüchtigung auch für den heutigen Bedarf ausreichend.

Daraufhin begann 2016 unter der Bauherrschaft des Landkreises Elbe Elster die denkmalgerechte Sanierung des Viadukts. Zunächst wurde die Fahrbahndecke rückgebaut. Darunter zeigte sich die Füllung der Bögen, die aus Bauschutt bestand und ebenfalls entfernt wurde. Im Zuge der Sanierungsmaßnahmen wurden anschließend die Bögen zur Erhöhung der Dichtigkeit zusätzlich verpresst. Im Anschluss wurden die seitlichen Wangen samt Querstegen aus Normbeton neu erstellt. Diese bilden das Grundgerüst der Brücke und sichern deren Tragfähigkeit. Damit waren die grundlegenden Sanierungs- und Ertüchtigungsmaßnahmen abgeschlossen.

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Leichtbeton-Füllung passende Lösung
Nach dem Bau der Wangen und Querstege stellte sich die Frage, womit sich die Brückenbögen am besten wieder verfüllen ließen. Gefragt war hier ein Baustoff, der sich sowohl von seiner Materialität her als auch unter statischen Gesichtspunkten perfekt ins Bauwerk einfügt. Die Lösung für diese Anforderungen bot Liapor-Leichtbeton. Zum Einsatz kamen insgesamt rund 200 Kubikmeter Liapor-Leichtbeton vom Typ LC20/22 D1.4 mit 155 Kubikmeter Liapor F6,5 und 110 Kubikmeter Liapor Sand K0/2. „Der verwendete Leichtbeton ist besonders tragfähig, zeichnet sich aber auch durch sein geringes Gewicht aus. Gleichzeitig passt er von der Materialität her perfekt zum restlichen Bauwerk“, erklärt Hans-Jürgen Hentzschel vom Betonwerk Hentzschel GmbH in Elsterwerda, das den Liapor-Leichtbeton herstellte und lieferte. Die Bauausführung übernahm die Rentsch & Balke Tiefbau GmbH in Calau.

Nach der Sanierung: Verkehrsfreigabe 2018
Der Eintrag des Liapor-Leichtbetons in die Brückenbögen erfolgte im März 2018. Der Baustoff wurde mittels Schüttkübeln fachgerecht eingebaut, mit Rüttelflaschen verdichtet und oberseitig abgezogen. Seitdem bildet der Leichtbeton das neue Herzstück im Inneren des geschichtsträchtigen Viadukts. Das Äußere der Brücke erscheint dagegen originalgetreu im alten Stil. Im Oktober 2018 erfolgte die Verkehrsfreigabe der Brücke, die ein bedeutendes Stück Zeitgeschichte in der Brückenbaukunst des frühen 20. Jahrhunderts darstellt und nun als prägendes Element der Flussgebietskulturlandschaft Schwarze Elster auch den nachfolgenden Generationen erhalten bleibt.

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