Smart Construction

Den Baufortschritt in Echtzeit verfolgen

Wie könnte die Baustelle von 2020 aussehen und welche Vorteile bringt die zunehmende Vernetzung von Maschinen mit sich? Darüber sprach Susanne Frank auf der bauma mit Karsten Elles, Business Development Manager bei Komatsu Europe. Elles führte Frank durch den Smart-Construction-Bereich am Stand von Komatsu und erläuterte, wie Daten einer Baustelle in Echtzeit angezeigt werden.

Die "Everyday drone" ist Teil des Smart Construction Konzepts von Komatsu. Die Drohnendaten werden in eine App hochgeladen, dokumentieren den Baufortschritt und unterstützen Assistenzsysteme der Baumaschinen. © Komatsu Europe

Baugewerbe Unternehmermagazin: Komatsu wird im Jahr 2020 Smart Construction auf den Markt bringen. Bezeichnet der Begriff eine neue Generation an Maschinen oder ist es ein Konzept, das Sie entwickeln?
Karsten Elles: Smart Construction bezeichnet ein komplettes Konzept, das aus Maschinen, Technologien und Software besteht. Wir werden weitere Sensortechnik benutzen und clevere Software und daraus die nötigen Daten und Schlüsse ziehen. Das sind aber alles keine Insellösungen. Wir betrachten die Baustelle als Ganzes. Wir wollen also den Prozess von der Angebotsphase bis zur Abnahme verschlanken und die Ressourcen gut nutzen.

BGW: Also das realisieren, was man unter dem Stichwort Baustelle der Zukunft diskutiert…
Elles: Ja, aber es ist die Baustelle von 2020.

BGW: Und die Maschinen, die Sie hier jetzt auf der bauma ausstellen, sind alle schon dafür ausgerüstet?
Elles: Man muss diese zum Teil nicht ausrüsten, da unsere intelligenten Maschinen und Bagger schon lange dazu imstande sind. Und wir zeigen hier live am Stand ein konkretes Projekt. Hier am Display in der Querprofilansicht sieht man den Sollzustand einer Baustelle in Gelb, den Ist-Zustand in Grün und den Urgeländezustand in Rot, dann können Sie reinklicken und hier weiß ich jetzt, ich muss noch 1,45 Meter bis zum Sollzustand hochbauen.

Anzeige
Karsten Elles ist Business Development Manager bei Komatsu Europe. © Komatsu Europe

BGW: Das sind aktuelle Daten einer echten Baustelle?
Elles: Ja, die grünen Flächen sind „Wie gebaut Daten“, die unsere intelligenten Maschinen schon abgezogen haben oder Drohnendaten der „Every day drone“. Unsere intelligenten Maschinen werden den Soll-Zustand herstellen, der gespeichert ist und übertragen diesen. Das heißt, die Baudaten werden in unsere Smart Construction App hochgeladen und verarbeitet.

BGW: Dieses Display hier hat der Baggerfahrer vor sich?
Elles: Nein, der hat eine andere Ansicht, die Smart construction APP Ansicht kann man aber überall auf der Welt vor sich haben, auch als Firmeninhaber. Jetzt ist es aber so, dass wir nicht erwarten können, dass jeder unserer Kunden auch eine komplette Komatsu-Flotte hat, deshalb haben wir auch eine Drohne, die zu diesem System gehört. Diese diskriminiert andere Mitbewerber nicht, sie misst jedes Loch und jeden Haufen auf der Baustelle, den auch jeder andere Bagger gemacht hat. Wir sehen hier, dass wir am 11.4. schon 843 Kubikmeter Boden auf dieser Baustelle eingebaut haben.

BGW: Wo befindet sich die Baustelle?
Elles: In Sachsen-Anhalt. Diese Daten ändern sich alle paar Minuten, durch die Wie gebaut Daten der Maschinen. Dann stehen hier ein paar Kubikmeter mehr. Wir können uns aber auch angucken, welche Maschinen überhaupt dort im Einsatz sind. Wir sehen jetzt hier, dass es drei intelligente Baumaschinen auf dieser Baustelle gibt, und zwei herkömmliche Bagger.

BGW: Wie genau unterstützen die intelligenten Maschinen die Arbeit der Fahrer?
Elles: Sobald man mit einem Soll-Geländemodell arbeitet, kann man das Assistenzsystem einschalten. Unsere Raupen reagieren, wenn die Last zu hoch wird, oder die Geschwindigkeit der Raupe zu gering wird, dann wird der Schild angehoben oder runtergefahren, so dass wir immer die effektive Masse herschieben. Über diese Schlupfkontrolle kann das Laufwerk nicht durchdrehen. Das heißt, die Raupen können sich nicht festfahren, machen den Boden unter sich nicht kaputt. Es werden auch ungeübtere Maschinisten unterstützt, mit dem Assistenzsystem zu arbeiten. So verbraucht man weniger Treibstoff durch das Vermeiden unnützer Bewegungen. Und man hat natürlich weniger Verschleiß am Laufwerk. Das Kontrollsystem unterstützt den Maschinisten.

BGW: Wenn Sie das hier den Bauunternehmen zeigen. Wie ist deren Reaktion bisher? Sind die vollauf begeistert?
Elles: Das kann man so sagen, ja.

BGW: Das was man hier sehen kann, ist wirklich die totale Transparenz. Der Baggerfahrer selbst, kann ich mir vorstellen, ist davon nicht ganz so angetan, oder? Gibt es da keine
Widerstände?
Elles: Nein, finde ich nicht. Es gibt zwar auch Autofahrer, die ohne ESP fahren, aber generell möchte jeder sich helfen lassen. Dann ist der Arbeitsplatz auch sicherer. Wir gehen schonender mit Ressourcen um. Der Maschinist geht entspannter nach Hause. Und der Unternehmer schläft entspannter, weil seine Maschinen mehr leisten. Das ist eine Win-Win-Situation für alle.

BGW: Wie stark sind die intelligenten Maschinen gefragt? Ist die Nachfrage höher als nach konventionellen Maschinen?
Elles: Höher als konventionelle Maschinen kann man noch nicht sagen. In manchen Teilen von Europa verkaufen wir zwar mehr intelligente Raupen als konventionelle Raupen. Hier in Deutschland ist der Bedarf jedoch steigend.

BGW: Muss sich der Bauunternehmer so eine Drohne anschaffen?
Elles: Zu dem Businessmodell, das dahintersteckt, können wir momentan noch nichts sagen. Wir werden eine Lösung anbieten, die dem Bauunternehmer die Möglichkeit gibt, mit der Everyday Drone, dank Ihrer schnellen Ergebnisausgabe, beständig den Baufortschritt zu verfolgen.

BGW: Vielen Dank für das Gespräch, Herr Elles.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Kompaktmaschinen

Vielseitigkeit im Fokus

Wo geht die Reise hin bei den Kompaktmaschinenherstellern? Wie entwickelt sich die Nachfrage und die Umsatzzahlen? Susanne Frank sprach während der bauma mit René Kappus, District Sales Manager bei Bobcat.

mehr...

Nordbau

Gemeinsamer Messeauftritt

Die Baumaschinenhändler Hamburger Baumaschinen, Wienäber Baumaschinen und die Firma Hyundai Baumaschinen Nord werden in diesem Jahr zusammen mit über 35 Baumaschinen aller Gewichtsklassen auf der Nordbau in Neumünster vertreten sein.

mehr...

Roadshow

Topcon tourt durch Bayern

Die Digitalisierung von Infrastrukturprozessen hält bei großen und auch kleinen Akteuren der Bau- und Vermessungsbranche Einzug. Diese Entwicklung birgt ein hohes Potenzial zur Steigerung der Effizienz und Produktivität. Im Oktober macht die...

mehr...

Newsletter bestellen

Immer auf dem Laufenden mit dem Baugewerbe Unternehmermagazin Newsletter

Aktuelle Unternehmensnachrichten, Produktnews und Innovationen kostenfrei in Ihrer Mailbox.

AGB und Datenschutz gelesen und bestätigt.
Zur Startseite