Mehr als zehn Prozent Plus

Martin Schrüfer,

Liebherr: Firmengruppe steigert Umsatz auf über elf Milliarden Euro

Die Firmengruppe Liebherr hat im Jahr 2019 mit einem Umsatz von 11.750 Mio. € ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr abgeschlossen. Im Vergleich zum Vorjahr erzielte das Unternehmen insgesamt eine Steigerung um 1.199 Mio. € oder 11,4 %.

Liebherrs leistungsstärkster Kran kommt aus dem Offshore-Bereich: Der HLC 295000 wird auf das Offshore-Installationsschiff Orion montiert. Bei der Installation einzelner Großkomponenten hilft der Liebherr-Portalkran TCC 78000. © Liebherr

Trotz des rückläufigen Weltwirtschaftswachstums war 2019 erneut ein umsatzstarkes Geschäftsjahr für die Firmengruppe Liebherr. Sowohl der Bereich Baumaschinen und Mining als auch die anderen Produktbereiche verzeichneten insgesamt höhere Umsätze. Bei den Baumaschinen und Mining-Geräten stieg der Umsatz um 11,8 % auf 7.640 Mio. €. Dies umfasst die Sparten Erdbewegung, Fahrzeugkrane, Turmdrehkrane sowie Betontechnik und Mining. In den anderen Produktbereichen, zu denen die Sparten Maritime Krane, Aerospace und Verkehrstechnik, Verzahntechnik und Automationssysteme, Hausgeräte sowie Komponenten und Hotels zählen, konnte der Umsatz insgesamt um 10,5 % auf 4.110 Mio. € gesteigert werden.

Der Erfolg des Geschäftsjahres 2019 lässt sich auf eine sehr positive Umsatzentwicklung in fast allen Absatzregionen der Firmengruppe zurückführen. Innerhalb der Europäischen Union, der für Liebherr bedeutendsten Region, konnte der Absatz erneut gesteigert werden. Grund dafür ist unter anderem eine Entwicklung vor allem in Deutschland und Frankreich, aber auch beispielsweise in Spanien und Dänemark. Positive Wachstumsimpulse kamen außerdem aus Russland und Norwegen. Die bedeutendste Umsatzsteigerung verzeichnete die Firmengruppe in Nordamerika. In Asien und Ozeanien unterstützten insbesondere die Märkte Australien, China, Singapur und Japan diese positive Entwicklung. Ebenso konnten in Afrika und im Nahen und Mittleren Osten leichte Umsatzsteigerungen erzielt werden.

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Dem stehen lediglich leichte Rückgänge in Mittel- und Südamerika gegenüber. Die Firmengruppe Liebherr erzielte 2019 ein Jahresergebnis von 429 Mio. € und liegt damit über Vorjahresniveau, wohingegen das Betriebsergebnis im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken ist. Das Finanzergebnis entwickelte sich stark positiv. Im Geschäftsjahr 2019 hat sich die Mitarbeiterzahl deutlich erhöht. Zum Jahresende beschäftigte die Firmengruppe Liebherr weltweit insgesamt 48.049 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, 1.880 mehr als im Vorjahr.

Als Hochtechnologieunternehmen verfolgt die Firmengruppe das Ziel, den technologischen Fortschritt in den für Liebherr relevanten Branchen maßgeblich mitzugestalten. Im vergangenen Jahr investierte Liebherr deshalb 592 Mio. € in Forschung und Entwicklung. Ein Großteil davon floss in die Entwicklung neuer Produkte. Zahlreiche Forschungsprojekte mit Universitäten, Hochschulen und Forschungsinstituten wurden initiiert und fortgesetzt. Ein Schwerpunkt dieser Forschungsprojekte ist das Thema Elektrifizierung. Als Teil der EU-Technologie-Initiative „Clean Sky 2 / Horizon 2020“ forschte Liebherr an elektrischen Varianten von Flugsteuerungen, Fahrwerks- und Luftmanagementsystemen, die das Fliegen in Zukunft effizienter und umweltverträglicher gestalten sollen. Auch im Bereich der Baumaschinen wird intenstiv an alternativen Antriebstechnologien gearbeitet. Wesentliche Themen über die große Bandbreite an Produkten und Leistungen hinweg sind die Digitalisierung, die Sicherheit sowie die Automatisierung von Maschinen. Unter anderem wurden Assistenzsysteme entwickelt, die das sichere Bedienen von Baumaschinen unterstützen. Ein wichtiges Projekt vor dem Hintergrund der digitalen Transformation ist das Condition Monitoring, das die Überwachung von Komponenten in komplexen Maschinen und Systemen ermöglicht.

Investitionen in Höhe von 756 Mio. € flossen in die Produktionsstätten und das weltweite Vertriebs- und Servicenetz. Die Investitionen gingen damit im Vergleich zum Vorjahr um 73 Mio. € zurück – mit einer Investitionsquote von etwa 6 % liegt die Firmengruppe nach wie vor über dem Durchschnitt in der Maschinenbaubranche. Dem stehen Abschreibungen in Höhe von 541 Mio. € gegenüber. So entstand eine neue Produktionsstätte für die Sparte Betontechnik in Bulgarien.

Die Sparte Aerospace und Verkehrstechnik hat in Friedrichshafen (Deutschland), Toulouse (Frankreich), Singapur und Bulgarien Investitionen in Gebäude durchgeführt. Auch in Deutschland wurden umfangreiche Investitionen, beispielsweise in ein neues Vertriebs- und Service-Center im Hamburger Hafen getätigt. Am Standort Ochsenhausen (Deutschland) entstand ein
neues Kundenzentrum für die Sparte Hausgeräte. Neben der technischen Modernisierung des Standorts in Kempten (Deutschland) im Produktsegment Verzahntechnik und Automation wurde im maritimen Bereich die Installation des TCC 78000 im Rostocker Hafen erfolgreich abgeschlossen. Dabei handelt es sich um einen der leistungsstärksten schienengebundenen Schwerlastkrane der Welt.

Außerhalb Europas investierte Liebherr unter anderem in die Neugründung der Liebherr-Transportation Systems (China) Co., Ltd., in die Produktionsstätte der Liebherr-Verzahntechnik in Yongchuan (China) sowie in die Kooperation der Komponenten-Sparte mit der Shanghai Diesel Engine Co. Ltd.

Keine verlässlichen Prognosen für die Umsatzentwicklung in 2020

Die Auftragslage der Firmengruppe zum Jahresende 2019, sowie weit in das erste Quartal 2020 hinein, ist als sehr gut zu bezeichnen. Die durch das Auftreten des Coronavirus teilweise deutlich eingeschränkte Geschäftstätigkeit in vielen Märkten wird selbstverständlich die Umsätze des Jahres 2020 beeinflussen. In welchem Ausmaß die Auswirkungen spürbar sein werden, kann zum Zeitpunkt der Erstellung des Geschäftsberichtes nicht verlässlich prognostiziert werden. Allerdings stellt die Firmengruppe Liebherr sicher, dass alle Organisationseinheiten die erforderlichen Maßnahmen umgesetzt haben, die für die gewohnt zuverlässige Bedienung der Kundennachfrage, auch in 2020 und darüber hinaus, notwendig sind. Die Finanzkraft der Firmengruppe ermöglicht eine rasche Wiederaufnahme von reduzierten Aktivitäten in Produktions- bzw. Vertriebs- und Serviceeinheiten.

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